Am 26. Mai durften die Bewohner*innen vom Dättnau live bei einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr als Zuschauer dabei sein. Die betroffenen Liegenschaften wurden im Voraus durch ein Schreiben an der Haustür informiert. Das Übungsthema war «Leitern-Stellungen an den Gebäuden und Motorspritze».

Was macht die Freiwillige Feuerwehr?
Aber Moment mal: Wir haben doch eine Berufsfeuerwehr in Winterthur! Stimmt, aber die Freiwillige Feuerwehr unterstützt zusätzlich. Zwischen 900 und 1000 Einsätze aller Art leistet die Feuerwehr Winterthur pro Jahr und bei rund 200-220 Einsätzen wird auch die Freiwillige Feuerwehr oder ein Teil davon alarmiert.

Längst ist die Zeit vorbei, in der die Feuerwehr ausschliesslich Brände zu löschen hatte. Die heutige Feuerwehr

  • rettet Menschen und Tiere aus Notlagen
  • bekämpft Schäden bei Brand, Explosionen und Elementarereignissen
  • leistet Hilfe bei Unfällen im Strassen-, Schienen, Schiffs- und Luftverkehr
  • leistet Hilfe bei Öl- und Chemieereignissen
  • unterstützt Partnerorganisationen
  • leistet Hilfe bei regionalen Sonder- oder Grossereignissen

Das Engagement in der Feuerwehr ist anspruchsvoll und interessant zugleich. Es stellt die Einsatzkräfte vor grosse Herausforderungen und bringt tiefe Befriedigung, wenn es gelingt, Menschen zu retten oder zu schützen. Die physische Arbeit in einem authentischen, actionsreichen Tätigkeitsfeld bildet ein Gegengewicht zum Arbeitsalltag. Gemeinsam schwierige Situationen meistern, schweisst zusammen und es entstehen neue Freundschaften – und es kann einen sogar im Beruf weiterbringen, weil man lernt, schnelle Entscheide zu treffen und (in Kaderfunktionen) Menschen zu führen.

Eine 100kg-Leiter aufstellen
Egal zu welchen Einsätzen die Feuerwehr gerufen wird, am Schadenort muss es klappen. Das vielseitige Aufgabenspektrum bedingt eine breit gefächerte Aus- und Fortbildung aller Feuerwehrleute. Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr üben bis zu 36 Mal pro Jahr für den Ernstfall. So eben auch im Dättnau. Beim Posten «Leitern» ging es darum, eine 3-teilige Holz-Schiebeleiter (Gewicht rund 100kg) mit einer Länge von 14.5m korrekt am Gebäude aufzustellen. Diese Leiter dient im Notfall der Rettung von bedrohten Personen. Dafür werden vier Frauen beziehungsweise Männer benötigt. Bei der Übung mit der zweiten Leiter mit einem Gewicht von «nur» 50 kg und einer Länge von rund 11m braucht es hingegen nur zwei Personen, um die Leiter korrekt und sicher aufzustellen. Diese Leitern kommen dann zum Einsatz, wenn die Automobil-Drehleiter zum Beispiel aufgrund erschwerter Verhältnisse (Bodenbelastung, beengter Raum etc.) nicht zum Einsatz kommen kann.

Bei der Übung «Motorspritze» war das Ziel, dass die Feuerwehrfrauen und -männer die richtige Bedienung der mit einem VW-Motor ausgestatteten «Pumpe» erlernen. Motorspritzen dienen dem Wasserbezug ab Gewässern, der Druckverstärkung ab Hydranten mit niedrigem Wasserdruck (zum Beispiel in Aussenwachten) für die Brandbekämpfung, sowie dem Wassertransport zur Sicherstellung
der netzunabhängigen Löschwasserversorgung.

Interessiert?
Die Freiwillige Feuerwehr von Schutz & Intervention Winterthur (SIW) sucht immer männliche und weibliche Rookies, die in einem starken Team viel bewegen möchten. Interessierte können sich gerne für einen Infoabend anmelden. Weitere Informationen finden Sie hier:
www.stadt.winterthur.ch/siw/feuerwehr

Vielen Dank an die Freiwillige Feuerwehr, uns einen Einblick in ihren «Alltag» gewährt zu haben.

Text und Fotos: Maria Wegelin

Quelle: Website von Schutz & Intervention Winterthur